Level Complete: März 2021

Die ersten Sonnenstrahlen und warmen Temperaturen haben uns das März-Ende nochmal deutlich versüßt! Hoffentlich war das gute Wetter für euch auch ein Stimmungsbooster. Auch wenn die gemütliche Zeit, unseren liebsten Aktivitäten drinnen nachzugehen, vielleicht vorbei ist, freuen sich einige sicherlich auch bald mit ihren Büchern, Switches etc. nach draußen zu gehen. Bevor wir aber an die noch kommende Sommerzeit denken, hier erstmal unser Monatsrückblick auf den März.

Sophia:

Ich habe dieses Jahr wieder angefangen zur journaln, bzw. mir richtig analog, ohne Goodreads (ok, das nutze ich noch), Letterboxd und co aufzuschreiben, wann ich was konsumiert habe. Und es ist nun krass zu sehen, wie lang meine Listen im Vergleich zum kurzen Februar aussehen. Besonders viel gelesen habe ich im März wieder und um damit direkt einzusteigen: zum einen habe ich Mark Millars Comic Huck gelesen, wieder mal eine sehr tolle Story, die ich so bisher noch nirgends gesehen habe. Wenn ich mich nicht irre, wird der Comic derzeit auch gemeinsam mit Netflix adaptiert – ich bin gespannt! Den Comic habe ich im Februar zum Geburtstag bekommen, genauso wie ich Gender und Gaming, die Doktorarbeit von Sabine Hahn, von Larissa geschenkt bekam. Ich gebe zu, die Lektüre war etwas schwerfällig abends im Bett, immerhin handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit. Einige Themen, die erstmal grundlegend behandelt wurden waren mir auch schon gut bekannt, alles in allem war es dennoch eine sehr interessante Arbeit zu dem Thema.

Huck
Huck

Bisher nur angefangen habe ich für die Arbeit E-Sport auf Landesebene von u.a. Timo Schober (übrigens werde ich mich die kommenden Tage auch für RRR an einen Artikel über E-Sport setzen). Privat hat es mich literarisch dann wieder an asiatische Autor:innen getrieben. Den koreanischen Bestseller Kim Jiyoung, Born 1982 von Cho Nam-Joo möchte ich an der Stelle nur jeder Person empfehlen, die sich entweder ein wenig für asiatische/koreanische Gesellschaft oder feministische Themen interessiert. Das Buch ist nur sehr kurz, keine 200 Seiten, dafür jedoch sehr aufwühlend. Auf meinem kindle habe ich noch Der See von Banana Yoshimoto entdeckt, was ich wohl irgendwann gekauft, aber – shame on me – vergessen habe zu lesen. Davor habe ich noch Winter in Sokcho von Elisa Shua Duspin gelesen, eine junge koreanisch-französische Autorin, die über das Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea schreibt und mit der Begegnung einer koreanischen Hotel-Mitarbeiterin und eines französischen Zeichners sicherlich einige ihrer eigenen Erfahrungen mit einbauen konnte. Zu guter Letzt, wo wir auch in Frankreich angekommen sind, höre ich aktuell Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani. In der Erzählung wechseln sich zwei Protagonist:innen zwischen den Epochen ab, es fängt an mit einer Anwält:in, die nach einem Burn Out anfängt ehrenamtlich in einem Pariser Frauenhaus zu arbeiten. Auf der anderen Seite erfährt man die Geschichte einer jungen Anhänger:in der Heilsarmee und wie sie gemeinsam mit ihrem Mann das Frauenhaus gründet.

Bei den Sachen, die ich geguckt habe, wird es weniger spannend (wobei: das Snowpiercer-Staffelfinale!!!). Ich habe mich serienmäßig aber vor allem im feel good Disney-Bereich aufgehalten und tatsächlich ein paar der neuen Simpsons-Staffeln geschaut (die ich bisher noch nie gesehen habe), seit kurzem gibt es auch noch Bobs Burgers und endlich kann ich auch hier die Staffeln nachholen, die ich bisher noch nicht kannte. An Filmen habe ich erneut Arrietty von Ghibli gesehen und endlich auch Guns Akimbo, den es seit letztem Monat auf Prime gibt. Mein absolutes März-Highlight ist wohl aber Biggie: I got a story to tell. Eine Dokumentation über Notorious B.I.G. und sein kurzes Leben. Mit vielen Originalaufnahmen, Interviews seiner damaligen Wegbegleiter:innen, Familie und Freunden. Besonders interessant fand ich, wie man nun die verschiedenen Phasen seines Lebens in seiner Musik raushört. Wie sich Texte und Thematiken verändert haben sowie auch der Produktionsaufwand. Ich denke die Doku ist auch für diejenigen interessant, die mit der Musik von Biggie vielleicht weniger anfangen können, sich aber dennoch etwas über die großen Musiker:innen unserer Zeit anschauen möchten. Und so viel sei gesagt: ich habe mehr als einmal weinen müssen…

Biggie: I got a story to tell
Biggie: I got a story to tell

Gespielt habe ich vor allem Bravely Default 2, was Ende Februar veröffentlicht wurde. Tatsächlich liefen vor dem Schreiben hier heute Morgen nun endlich die finalen Credits. Nach an die 70 Stunden habe ich das True Ending erreicht. Storymäßig kommt es für mich auf keinen Fall an den ersten Teil ran, jedoch birgt auch der zweite 1-2 nette Twists, die jedoch nicht so tief gehen und so schockierend sind wie im ersten. Die Story des zweiten fühlt sich allgemein sehr fad an, jedes bekannte Topos aus JRPGs vermengt und eine allgemeine Motivation, die einem eigentlich auch egal sein könnte… Ich hatte offensichtlich dennoch meinen Spaß, sonst hätte ich nicht alle Nebenaufgaben erledigt und bis zum True Ending weitergespielt! Mein Feierabend wurde die letzten Tage immer mit ein bisschen Dorfromantik begleitet. Das gemütliche Puzzle-City-Building Game ist aber auch einfach entspannend (auch wenn es gleichzeitig meinen Ehrgeiz weckt!). Vielleicht schaffe ich es irgendwann ja auch mal in die Highscore-Liste… wer weiß.

Larissa:

Der März war mein Geburtstagsmonat und das war nun der zweite Pandemie-Geburtstag für mich. Ich habe nur im kleinsten Kreis mit meinen Eltern “gefeiert” – gefeiert heißt hier Kuchen gegessen und Geschenke ausgepackt.
Ansonsten hatte ich diesen Monat zwei tolle Pen and Paper Runden: Einmal Vampire the Masquerade, mit Schauplatz Brüssel in den 40ern und wir haben uns dafür auch als unsere Figuren verkleidet (so gut es geht…), was immer sehr lustig ist! Dann hatten wir unsere erste Runde Dragon Age Pen and Paper, auf die ich mich schon ewig gefreut habe und die wirklich total Spaß gemacht hat! Ich freue mich sehr auf unsere nächste Runde.

Anfangs des Monats habe ich den AppleTV Film Cherry geschaut, von den Russo Brüdern, mit Tom Holland. Die Prämisse des Films klang sehr vielversprechend und ich sehe Tom Holland wirklich gerne. Allerdings habe ich seiner Filmpartnerin die erwachsene Rolle und die Drogensucht kaum abnehmen können (was sicher auch am Drehbuch und Dialog lag) und ich fand den Film allgemein sehr lang. Es gab ein paar schöne Momente und Stilmittel, aber alles in allem hatte ich etwas mehr erwartet.

The Falcon and the Winter Soldier
The Falcon and the Winter Soldier

Umso mehr begeistert hat mich The Falcon and The Winter Soldier, was ich ehrlich nicht gedacht hätte. Nachdem mich WandaVision so unglaublich begeistert hat, dachte ich, dass TFATWS eher actionlastig und “flach” wird und hatte nichtmal richtig Lust mir die Trailer anzusehen. Tatsächlich nimmt sich aber auch diese Serie wirklich Zeit für ihre Figuren und behandelt Traumata und Problematiken, die in den MCU-Filmen eher zu kurz kamen. Besonders wichtig ist hier auch die Thematik von Rassismus in Amerika und wie Sam, selbst als Superheld, jeden Tag diesen Rassismus erfährt – und wie das in seine Entscheidung spielt Captain Americas Schild abzulehnen. Bucky, als weißer Mann, dient dafür super als Konterpunkt, der sich seiner Privilegien oft nicht bewusst ist und vieles für selbstverständlich hält. Die Themen die hier angesprochen werden kenne ich vom MCU bisher nicht und ich bin wirklich froh, dass Serien dafür Raum schaffen. Auch Bucky bekommt wesentlich mehr Tiefe. Ich denke die Tatsache, dass ich nie etwas mit ihm anfangen konnte und nun nach 3 Folgen extrem an der Figur hänge, sagt sehr viel aus. Dazu kommt, dass Anthony Mackie und Sebastian Stan einfach eine wahnsinnig sympathische Chemie haben und ich liebe es, wie die beiden Figuren miteinander agieren. Sie streiten wie ein altes Ehepaar, aber stärken sich gleichzeitig den Rücken wenn es drauf ankommt. Nachdem sich in Captain America: Civil War diese Bromance schon angedeutet hat, bin ich wirklich froh, dass sie eine Bühne dafür bekommen. Mittlerweile habe ich übrigens alle 3 Captain America Filme rewatched – der Hype ist stark in mir!

Ich muss auch ehrlich sagen, dass mir zunächst gar nicht aufgefallen ist, dass 2020 kein neuer Marvel-Content kam. Die Pause hat eigentlich mal ganz gut getan und ich habe nichts vermisst. Aber nachdem The Mandalorian, WandaVision und Falcon and Winter Soldier mich alle 3 absolut begeistert haben, habe ich richtig Lust auf die ganzen kommenden Projekte von Disney+.

Gespielt habe ich leider keine neuen Titel: Ich habe mal wieder in Animal Crossing New Horizons reingeschaut, nach einer längeren Pause. Ansonsten spiele ich regelmäßig Apex Legends und Warframe. Ich habe auch die Switch-Version von Apex Legends angespielt und das aber auch ganz schnell wieder gelassen… Wenn man die Grafik und Performance der PS5-Version gewohnt ist, ist die Switch-Variante wirklich ein Krampf.

Disclosure - Hollywoods Bild von Transgender
Disclosure – Hollywoods Bild von Transgender

Ansonsten möchte ich euch noch die Netflix-Dokumentation Disclosure – Hollywoods Bild von Transgender ans Herz legen. Eine Dokumentation, in der transgender Personen selbst zu Wort kommen, um über Klischees, Vorurteile und trans Menschen in Film und Medien zu sprechen. Sehr passend auch zum Trans Day of Visibility, der jetzt gerade erst vor wenigen Tagen war. Und immer noch (leider) ein wichtiges Thema, wenn man sich anschaut wie sehr “Männer in Frauenkleidern” und andere Tropes als pervers und gestört dargestellt werden, zuletzt auch wieder in einem deutschen Tatort.

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