Level Complete: Februar 2021

Willkommen zu unserem Monatsrückblick. Uns hat sehr gefreut, dass laut unserer Twitterumfrage doch Interesse an unserem monatlichen Geplapper besteht und hier einige mitlesen! Deswegen ein kleiner Aufruf an euch – wir empfehlen oder besprechen hier regelmäßig Bücher, Filme, Serien, Spiele und mehr, aber manchmal fehlt auch die Motivation etwas Neues anzufangen. Gibt es Medien, die ihr uns unbedingt ans Herz legen wollt, die wir unbedingt gesehen, gelesen oder gespielt haben müssen? Inspiriert uns gerne ein bisschen in den Kommentaren!

Sophia:

Februar, Pandemie-Jahrestag und keine Besserung in sich. Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass es mir gut damit ginge, aber ich denke so geht es den meisten von uns. Mir fehlen Menschen sehr, aber neben all der Rücksicht und Vernunft kommt langsam auch gehörig Wut dazu. Wut über Ausnahmereglungen (vielleicht habe ich vorhin noch ein gewisses Video über Profifussball geschaut), Wut über die Schwurbler-Demo, die hier jede Woche fröhlich vorbeizieht und meint etwas über Angstmacherei durch die Straßen zu brüllen, während sie die Personen sind, vor denen ich Angst habe.

Gespielt habe ich regelmäßig weiterhin League of Legends und freue mich vor allem über den Voice Chat mit Freunden dabei. Außerdem habe ich einige Indie-Titel aus dem Gamepass nachgeholt. Zuerst Carto, was mich mit seiner Puzzlemechanik echt begeistert hat, so eine Art von Gameplay habe ich bisher noch nie gesehen. Kurz darauf wurde übrigens eine physische Edition von Carto inkl. Kartenteilen angekündigt, was mich sehr freut, dass dieses Spiel so viel Liebe erfährt. Danach habe ich mich endlich an Spiritfarer gesetzt. Ich habe zuvor meinem Freund beim Spielen zugeguckt und dachte deswegen, dass mich das Spiel nicht mehr so abholen würde, weil ich schon so viel davon gesehen habe. Aber ich habe das ganze Crafting geliebt, die Optik und Thematik des Spiels. Glücklicherweise habe ich es doch noch selbst gespielt. Am Ende kam noch Tetris Effect dazu und puh, einfach nur stressig. Ich spiele richtig gern Tetris und regelmäßig am Handy, also dachte ich mir why not, mal reingucken, da ich auch recht oft davon gehört habe. Aber abseits davon, dass es Tetris ist, fand ich es letztendlich eine Katastrophe. Richtig stressig, gar nicht mehr so entspannend, wie es sonst so oft für mich ist. Und mit den Sounds, den Lichtern und Effekten war es selbst für mich schwer hinterherzukommen, was gerade auf dem Bildschirm passiert. Accessibility überhaupt nicht mitgedacht (wobei ich zugeben muss, nicht explizit in den Einstellungen nach Optionen geguckt zu haben, die dies vielleicht erleichtern würden. Habe jedoch an den Einstellungen Dinge geändert, um es mir persönlich etwas leichter zu machen).

Spiritfarer
Spiritfarer

Genauso, wie ich immer wieder League spiele, um mit Freunden etwas zu machen, bin ich sehr froh darüber, dass wir in einer Gruppe uns nun regelmäßig online zusammenfinden, um gemeinsam Filme zu gucken. Angefangen hat es mit der Indiana-Jones-Reihe, die wir mit Der letzte Kreuzzug und Königreich des Kristallschädels im Februar abgeschlossen haben. Als jemand, der die Filme nun alle hintereinander nachgeholt und zum ersten Mal gesehen hat muss ich sagen, dass ich nicht verstehe, warum so viele den vierten Teil schlechter finden. Ich finde er hält das Niveau der vorherigen Filme und ist dadurch nicht weniger unterhaltend, da finde ich die drei älteren Teile aus anderen Gründen problematischer. Außerdem haben wir noch Fight Club gesehen, den ich schon kannte und 2019 noch als Theaterumsetzung sah (bzw. Umsetzung des Buches, nicht des Films) und Moon. Zu zweit haben wir dann noch den neuen Baywatch-Film gesehen mit The Rock. Klingt vielleicht komisch, aber ich bin mit Baywatch aufgewachsen. Wir hatten kein Kabelfernsehen, keine Anime die alle anderen Mitschüler:innen geschaut haben, aber ich hatte Baywatch. Dementsprechend habe ich mich auch wirklich sehr gefreut, wie hier und da kleine Hommages an die Serie untergebracht wurden, aber auch Dinge kritisch hinterfragt wurden. Alles in allem auch sehr unterhaltsam.

An Serien hab ich endlich die neue Staffel Brooklyn 99 geschaut. Langsam ist in den enthaltenden Stories für mich ein wenig die Luft raus, ohne zu groß spoilern zu wollen. Habe das Interesse an den Figuren weitestgehend verloren, aber es ist immer noch gute Feel-Good-Unterhaltung und leichte Kost zwischendurch. Außerdem geschaut: The Rap Game. Eine Art Kinder-Casting-Show mit jungen Rap-Talenten. Wirklich unglaublich, was die Kids teilweise schon drauf haben, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie krass der Druck ist, dem sie ausgesetzt sind. Nicht nur plötzlich vor Rapper:innen wie Snoop Dog performen zu müssen (inkl. harscher Kritik, wenn man doch mal stolpert oder den Text vergisst), sondern auch noch der teils harte Umgang der begleitenden Elternteile, die ihre Kinder weiter pushen wollen. Entsprechend traurig im Anschluss zu sehen, was aus den Teilnehmer:innen geworden ist (die auf Netflix verfügbare Staffel ist von 2016). Vergangenen Monat habe ich mich noch auf Snowpiercer gefreut, mit dem wöchentlichen Release konnte ich im Februar nun mehr Folgen gucken als im Januar. Ich bin hin- und hergerissen, ich finde die Prämisse immer noch interessant und die Handlung spannender als beispielsweise im Film (den Graphic Novel kenne ich leider nicht). Aber ein paar Dinge gefallen mir nun doch weniger, aber mal gucken, wie die Storyfäden sich zum Finale zusammentun. Zu guter Letzt gibt es alle paar Abende eine Folge Shameless, mittlerweile gibt es die 10. Staffel auch kostenfrei im Abo-Modell von Prime zu sehen. Eigentlich auch immer wieder more of the same, es geht den Gallaghers mal wieder etwas besser, nur um sich in die nächste Scheiße zu reiten. Und ich vermisse Fiona sehr. Dafür mag ich die aktuelle Entwicklung von Carl sowie Ian sehr gern und schaue dennoch gerne weiter.

Shameless
Shameless

Ich schrieb bereits, dass ich mir endlich wieder mehr Zeit zum Lesen nehme. Ende Januar kam der neue Kurzgeschichten-Band von Haruki Murakami raus, Erste Person Singular. Irgendwie war ich darauf nicht vorbereitet, dachte mich würde ein Roman erwarten und war dann etwas enttäuscht, da mir nur weniger Stories wirklich gut gefallen haben (freue mich aber, dass die Story vom Affen, der die Namen klaut, wieder aufgenommen wurde!). Außerdem schloss ich Women in Gaming ab, in dem auf etwa 300 Seiten verschiedene Frauen sowie Berufsprofile in der Gaming-Branche vorgestellt werden. Eine Kollegin hat mir schon vor längerer Zeit Invisible Women empfohlen und endlich habe ich auch dieses Buch nachgeholt. Ich glaube, damit habe ich auch einige in meinem Umfeld angesteckt, zumindest weiß ich von 3 Personen, die sich das Buch ebenfalls im Anschluss geholt haben, nachdem ich davon erzählte und mich aufregte. Ich möchte also die Empfehlung meiner Kollegin gerne weitergeben! Zuletzt gelesen im Februar habe ich Friday Black von Nana Kwame Adjei-Brengan, ebenfalls ein Kurzgeschichten-Band, der mir weitaus besser gefallen hat als der von Murakami. Ich musste mich beim Lesen vergewissern, ob nicht doch mehrere Autor:innen an diesem Band geschrieben haben, da ich die Stories so abwechslungsreich fand. Ihr Erzählen, wie sich an verschiedenen Genres bedient wurde. Ich bin wirklich begeistert und werden den Autoren definitiv im Blick behalten und freue mich schon auf kommende Veröffentlichung.

Larissa:

Der Februar ging gefühlt im Flug vorbei und ich kann nicht glauben, dass ich jetzt im März schon wieder Geburtstag habe. Es war doch vor ein paar Wochen erst März? Pläne habe ich coronabedingt keine…. außer Kuchen essen.

Mein Beitrag zum Februar wird wohl eher kurz, denn ich habe diesen Monat nicht wirklich neue, relevante Sachen konsumiert. Ich habe das Lore-Buch zu Apex Legends gelesen, das im Februar geliefert wurde und Hintergrundwissen und Details zu der Story und den Figuren bietet. Ich mag an Apex, dass es viel Lore gibt und es nicht “nur” ein Battle Royal ist und liebe auch die Interaktionen zwischen den Legenden sehr.

Dann habe ich zusammen mit einem Freund Warframe angespielt. Ich bin durch Zufall über das Spiel gestolpert, da mir die Designs sehr gut gefallen haben, habe es dann aber blind gestartet. Bisher erinnert es sehr sehr stark an Destiny und man spielt kurze Storymissionen und Quests alleine oder mit einem Squad. Ich dachte, ohne Vorwissen, dass es sich vielleicht um einen PVP Shooter handelt, dem ist aber scheinbar (bisher) nicht so. Das Spiel ist recht entspannt und ein schöner Multiplayer-Ausgleich, wenn Apex Legends mal nicht so läuft.

Warframe
Warframe

Ansonsten habe ich leider nicht viel zu erzählen: Ich schaue weiterhin regelmäßig die aktuelle Staffel von American Gods, wobei mich auch die weiteren Folgen noch nicht richtig überzeugen konnten. Ich mag zwar die Figuren und die Ästhetik total, allerdings fühlen sich alle Episoden an wie Füllmaterial und der Plot kommt nicht voran. Ich werde trotzdem dran bleiben, aber sehr enthusiastisch bin ich nicht.

Dann habe ich WandaVision beendet und ich muss nochmal betonen, wie gut mir die Serie gefallen hat. Sie hat mich emotional richtig bewegt und war jeden Freitag mein Highlight.

WandaVision Spoiler:

 

Die letzten beiden Folgen haben mich sogar zum Weinen gebracht, besonders die vorletzte hat einfach einen wunden Punkt getroffen. Im Kern handelt die Serie nicht von Superhelden, sondern von dem Umgang mit Schmerz und Verlust und Wandas Schmerz war für mich sehr sehr real, auch weil Elizabeth Olsen die Rolle meiner Meinung nach fantastisch spielt. Entgegen anderer Meinungen mochte ich auch das Finale sehr, ich glaube dass Gastauftritte und große Cameos der Serie nur geschadet hätten. Denn im Endeffekt geht es um Wanda, nicht um Dr. Strange oder andere. Und Wanda macht in den Folgen quasi die Stufen des Leids durch: Von Verleugnung, zu Wut, Depression und schließlich Akzeptanz. Deswegen war der Endkampf auch immer ihr eigener, so gerne ich das große, übergreifende MCU liebe.
Gefreut habe ich mich aber sehr über Monica Rambeau und das Erwachen ihrer Kräfte. Seit dem Captain Marvel Film war ich gespannt, was sie aus ihr machen und da freue ich mich sehr über ihre Rolle in zukünftigen Projekten!
Und immerhin wurde in der letzten Aftercredit-Szene ja der nächste Dr. Strange Teil angeteasert: Als Wanda im Buch liest, spielt im Hintergrund das Leitmotiv von Dr. Strange. Ich liebe solche Details!

 

WandaVision Spoiler Ende.

 

Leseempfehlungen:

Musikindustrie und Sexismus: Free Britney. Cancel Manson.

Rainbow Six caster Jess quits streaming Siege over toxicity and assault threats
(Eine Nachricht, die uns sehr traurig macht. Hier geht es zu unserem vergangenen Interview mit Jess.)

Written By
More from Larissa

Fanfiction und Weiblichkeit – mehr als nur Kindergeschichten

Fanfiction, Viele lesen sie und Viele schämen sich dafür. Doch warum eigentlich?...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.