Review: Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan

Das Cover von Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan bildet die junge Leia Organa ab.

Passend zum Kinostart von Die letzten Jedi erschien auch der Roman „Leia – Prinzessin von Alderaan“ von Claudia Gray im Panini Verlag, welcher Leias junge Jahre thematisiert. Im folgenden Text versuche ich so gut es geht auf Spoiler zu verzichten und nichts Wichtiges vorwegzunehmen.

Klappentext:

Die sechzehn Jahre alte Leia Organa steht vor der bislang größten Herausforderung ihres noch jungen Lebens: Sie muss ihre Eignung als Thronerbin des Planeten Alderaan unter Beweis stellen. Dazu gehören Überlebenstraining, Schulungen in galaxisweiter Diplomatie und brandgefährliche Missionen auf Welten, die unter imperialer Kontrolle stehen. Als wäre das alles nicht schon schwer genug, muss sich Leia auch mit dem veränderten Verhalten ihrer Eltern auseinandersetzen, die nicht mehr sie selbst zu sein scheinen. Als die junge Prinzessin schließlich herausfindet, welche Geheimnisse vor ihr verborgen werden, sieht sich Leia urplötzlich mit einer schicksalhaften Frage konfrontiert: Wird sie sich künftig nur auf die Belange ihres Heimatplaneten konzentrieren oder stellt sie sich in den Dienst einer ganzen Galaxis, die händeringend nach einer rebellischen Lichtgestalt sucht?

Buchrücken

Auf 384 Seiten folgen wir der jungen Heldin aus einer weit entfernten Galaxie durch eine Reise durch Politik, Liebe und Rebellion.
Das Buch wirft einen direkt in das Geschehen, zu dem Tag, an dem Leia ihren Anspruch an die Krone Alderaans stellt: Wofür sie drei Prüfungen absolvieren muss.
Diese Prüfungen, Anforderung an Körper, Geist und Herz, sind die Grundlage des Buches. Auf eben jenen Reisen lernt unsere Prinzessin in Spe neue und bereits bekannte Figuren kennen. Während ich die politischen Verhandlungen immer mit Interesse verfolgt habe, so wirken die körperlichen Überlebensmissionen im Vergleich oft eher etwas blass.

Schon recht schnell im Buch wird etwas thematisiert, was in den Filmen wenig bis kaum angeschnitten wurde: Die eigentliche Politik des Imperiums und was Palpatines Gesetze mit Planeten und ihren Bewohnern anrichten. Dabei erfahren wir auch mehr über den Stellenwert Alderaans und der Rolle von Leias Adoptiveltern im galaktischen Konflikt und die Arbeit des Senats unter Regie des Imperiums.
Das Buch gibt uns einige Einblicke in Leias wohl behütete Kindheit als Adelige, bleibt dabei auch meist bei einer simplen und eher kindlichen Ausdrucksweise, zumindest in der Deutschen Übersetzung. Das ist allerdings nicht weiter störend, schließlich ist die Protagonistin zur Zeit der Geschichte erst 16 Jahre alt und noch lange nicht reif und weise. Ihre Versuche Zusammenhänge herzustellen und andere Figuren zu beschreiben wirken also durchaus authentisch.

So ist auch Leias immer wiederkehrender Wunsch nach Anerkennung und Liebe ihrer sehr beschäftigten Adoptiveltern absolut nachvollziehbar und für ihr junges Alter angemessen. Als Gallionsfigur des späteren Widerstands hätte ich mir von der jungen Frau hier und da noch etwas rebellischeres Verhalten und spitze Bemerkungen gewünscht. Schließlich fließt Skywalker-Blut in ihren Adern und wir alle wissen, dass das Ärger bedeutet. Auch mit Han oder Luke ging sie nie zimperlich um; die Buch-Leia wirkt im Vergleich beinahe wie eine brave Vorzeige-Tochter.

An dieser Stelle hätte ich mir auch ein paar erzählerische Andeutungen an ihre leiblichen Eltern gewünscht. Darth Vader tritt in diesem Roman überhaupt nicht auf, Padmé wird nur zwischen den Zeilen kurz erwähnt. Ich sehe hier verschenktes Potential, denn schließlich giert jeder langjährige Star Wars Fan nach etwas mehr Geschichte zu diesen Schlüsselfiguren. Bei Leias diplomatischer Reise nach Naboo, dem Heimatplaneten ihrer leiblichen Mutter, trifft sie auf Gouverneur Quarsh Panaka, welcher sie als Padmés Tochter erkennen zu scheint und entsprechend ein paar Andeutungen macht. Leider hat Leia, obgleich sie ständig als sehr neugierig und aufgeweckt charakterisiert wird, keinerlei Interesse dem nachzugehen oder auch nur irgendetwas über ihre Eltern in Erfahrung zu bringen.

Hinter den Szenen der Haupthandlung steht allerdings die Rebellion und ihre Anfänge, unterstützt von Bail und Breha Organa. Hier besuchen wir als Leser den Salzplaneten Crait, welcher Schauplatz des finalen Kampfes in Episode VIII war und lernen auch bekannte Figuren in jungen Jahren kennen, wie etwa Amilyn Holdo (Vizeadmiral Holdo), welche bereits früh eine enge Vertraute für Leia wurde.
Auch andere bekannte Gesichter tauchen auf: Wie Großmoff Tarkin, dessen Interaktion mit der jungen Prinzessin ich mit am interessantesten fand, Mon Mothma als Sprecherin der Rebellen, Saw Gererra, der Extremist und R2-D2 und C3P0 als dienende Droiden alderaanischer Flottenschiffe.

Der Roman verlässt sich dabei aber nicht gänzlich auf alte Bekannte sondern baut auch auf charmante Weise eigene Figuren ein, wie Mitglieder des jungen Senats und Bewohner fremder Planeten. Die meisten dieser Personen wirken authentisch, auch wenn sie zum Großteil charakterlich nur kurz angeschnitten werden.

Prinzessin Leia

Die wichtigste Figur hier, Vorsicht kleiner Spoiler, ist Leias Schwarm Kier Domadi, welchen sie auf ihren Abenteuern kennenlernt. Die Notwendigkeit einer kleinen, harmlosen Liebesgeschichte sehe ich durchaus: In mitten eines aufkommenden Krieges und politischen Verhandlungen, braucht unsere Heldin einen Ausgleich, um sie zu erden und sie nicht zu brechen, einen Rückhalt, einen Ort an dem sie Kind – oder junge Frau – durch und durch sein darf. Kier drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, unterstützt Leias Charakter und ihr Erwachsenwerden. So richtig fiebert man als Leser jedoch nicht mit, schließlich wissen wir bereits, dass Prinzessin Organa in die Arme eines gewissen Schmugglers gehört – was an Chemie auch nicht übertroffen werden kann. Gut gefällt mir hier jedoch, dass Kier keine schlechte Kopie eines jungen Han Solo sein soll, sondern von Grund auf anders ist.

Ein bisschen habe ich wohl gehofft, dass die erste Liebe meiner Tochter nicht ganz so … perfekt wäre. Manchmal tut es einem Mädchen ganz gut, eher einem Schurken zu verfallen… so ein bisschen.

– Breha Organa und die kleine Anlehnung an Han Solo und Leias Beschimpfung „Sie sind ein Schurke!“

Anhand dieser Beziehung sieht man auch sehr deutlich, was Krieg mit jungen Menschen anrichtet – auch ein Punkt, der in den Filmen eher weniger thematisiert wird. Leia ist nicht nur tapfer und clever, sie hat auch unglaubliche Angst um ihre Eltern, ihre Freunde und ihren Heimatplaneten und muss lernen, was es heißt, Opfer zu bringen und Verlust zu erleiden.

Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen und es fiel mir schwer ihn länger aus der Hand zu legen. Star Wars Fans kommen definitiv auf ihre Kosten und die Geschichte scheint sich im Canon-Universum zu bewegen, da man deutlich Parallelen zur Geschichte und Figuren aus Rogue One und Die letzten Jedi sieht. Das Worldbuilding ist gelungen, verschiedene Planeten werden unterschiedlich vorgestellt, ebenso wie ihre Völker, deren Kultur und ihre Eigenarten. Es gibt immer wieder ein paar kleine Häppchen wie Verweise auf bekannte Planeten und die Klonkriege und besonders wichtig: Auch Leias Verbindung zur Macht wird thematisiert. Etwas ist da, etwas das sie nicht benennen kann, aber sie spürt es. Nur wer weiß, wovon hier die Rede ist, versteht.

Es ist spannend mit zu verfolgen, wie die Rebellion entsteht, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und wie die Galaxis sich langsam scheidet.
Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte einen etwas größeren Zeitraum umfasst und mit der Zerstörung Alderaans abschließt.
Trotzdem bekommen wir einen guten Eindruck davon, wie Leia zu der strahlenden Leitfigur der Rebellion wurde, wie wir sie kennen und eines ist klar: Carrie Fisher lebt immer noch, in unseren Geschichten.

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3 Comments

  • Hey!
    Ich habe die Rezension jetzt nur überflogen, weil ich das Buch noch vor mir habe, aber ich bin auf jeden Fall sehr neugierig! Noch mehr als vorher, hihi.
    Habe mir das Buch kürzlich bestellt und es kam heute an.
    Cool, dass man dort näheres über die politischen Hintergründe erfährt.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Ich (Larissa schrieb ja das Review) war auch sofort angetan und hatte direkt Lust, es selbst auch zu lesen. Es gibt einfach zu viele Star Wars Romane, die man am liebsten alle sofort aufsaugen möchte!
      (Danke übrigens für das Abonnieren. <3 )

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