Level Complete: September 2020

Es herbstet, zuhause bleiben ist nun nicht nur sicher(er), sondern auch gemütlich. Egal ob Film, Serie, Videospiele (*hust* Animal Crossing Halloween *hust*) oder ein gutes Buch. Getoppt mit einem Heißgetränk der Wahl, während draußen der Regen an die Scheiben prasselt. So sah zumindest hier die erste Oktober-Woche aus. Denken wir aber nun an einen sonnigen Spätsommer und den Herbst zurück~

Sophia

Den September-Anfang habe ich erstmal mit einem Kurzurlaub bei meiner Familie verbracht, die glücklicherweise (für mich) in einem deutschen Urlaubsgebiet, nämlich an der Ostsee, wohnen. Es war nicht nur schön endlich mal wieder aus dem Alltag rauszukommen, sondern auch meine Familie wiederzusehen. Und normalerweise kann ich die Zeit dort auch immer gut zum Lesen nutzen, wie auch dieses Mal. Ich habe mich nochmal an Das Seidenraupenzimmer gewagt, dass mich nach seinem grotesken Anfang inklusive Missbrauch eher abgeschreckt hat, aber nach diesem “Prolog” dann doch noch sehr gut und interessant geschrieben zu Ende ging. Ich hätte mir dennoch eine deutliche Content-Warnung vorab gewünscht…

Danach griff ich zu Brüste und Eier von einer ebenfalls japanischen Autorin, Mieko Kawakami. Man kann sagen, dass dieser gut 500 Seiten Roman nichts weltbewegendes erzählt, es ist einfach der Einblick in das Leben einer asexuellen Frau ohne Partner mit Kinderwunsch und strengen Gesetzen in Japan, was die Adoption oder künstliche Befruchtung angeht (ohne dass ich diese für Deutschland kennen würde). An sich ein Thema, mit dem ich mich persönlich nicht sehr identifizieren kann, da ich selbst keinen Kinderwunsch empfinde, aber dennoch eine sehr interessante Beleuchtung, wie es eben ace-Menschen mit dem Thema geht und zu was für Belastungen dies führen kann. Grundsätzlich mag ich es, wie japanische Autor*innen vom Alltag erzählen, ich weiß nicht, ob mir bisher nur Erfahrungen mit anders sprachigen Autor*innen fehlen, aber irgendwie packen mich japanische Romane immer in einen ganz besonderen Lesefluss. Seien es Haruki Murakami oder Banana Yoshimoto, von denen ich bisher fast nahezu alles gelesen habe. Sayaka Muratas (Das Seidenraupenzimmer) Erstlingswerk Die Ladenhüterin habe ich auch nur so verschlungen, Brüste und Eier ist Kawakamis Erstlingsroman, der auf einer zuvor bestehenden Kurzgeschichte basiert.

Normalerweise lese ich am kindle, hatte aber einen Gutschein für den Buchladen im Nachbarschaftsort, bei dem ich mir nun endlich auch mal Neil Gaimans Norse Mythology und Sybille Bergs GRM – Brainfuck holte. Norse Mythology habe ich einfach nur aufgesogen. Mich interessieren solche Göttergeschichten ohnehin und ich hoffe noch ein ähnlich gutes (und vor allem nicht in eigene Fantasy verwobenes) Buch zur griechischen Mythologie zu finden. Die ein oder anderen Figuren/Namen sind einen aus auch aktueller Popkultur bekannt, den meisten wahrscheinlich Thor und Loki, aber ich habe auch aus vor allem anderen Videospielen den Ursprung der Referenzen entdecken können. An GRM sitze ich aktuell noch dran, vielleicht kann ich dazu beim nächsten Rückblick mehr erzählen. Ich mag die feministische Erzählweise wirklich sehr, jedoch finde ich den Schreibstil und das Textlayout wirklich sehr schwer verdaulich, wodurch ich nur schlecht lange am Stück lesen kann. Das kann also noch etwas dauern…

Tony Hawks Pro Skater 1+2

Es ging für mich nicht nur zurück in mein altes Kinderzimmer, sondern mit Tony Hawk’s Pro Skater 1+2 auch zurück in meine Jugend. Wie gut ist dieses Remake bitte? Und dann auch noch der alte Soundtrack. Ich habe selten so viel Nostalgie verspürt wie bei diesem Spiel, umso schöner war es in meiner Timeline zu sehen, wie vielen es genauso geht. Und nachdem ich Frostpunk auf der Konsole so lieben gelernt habe, habe ich es nun auch nochmal für den PC samt DLCs gekauft, ich liebe die Idee dahinter, das Konzept und Gameplay und habe mich einfach tierisch gefreut, nochmal mehr entdecken zu können. Ich bin schon sehr gespannt, was von 11bit als nächstes kommen mag.

Entgegengefiebert habe ich dem Release von Ratched, der neuen Netflix-Serie der American Horror Story Macher*innen mit Sarah Paulson in der Hauptrolle. Und nein, es ist keine zu AHS gehörige Serie. Die Headline einer Review, dass Ratched die bisher schlechteste AHS-Staffel sei hat mich richtig sauer gemacht. Es. Ist. Kein. AHS. Und man darf auch nicht mit diesen Erwartungen an die Serie gehen, es ist keine Horror-Serie. Die Serie basiert auf der Figur der Krankenschwester Ratched aus Einer flog über das Kuckucksnest, einem Drama. Die Serie hat durchaus mehr Thriller- als Drama-Elemente, aber dadurch wurde sie für mich eben auch besonders spannend. (Ansonsten habe ich mich nur durch etwa 10 Staffeln Ink Master gebinget, ahem…)

Ratched auf Netflix

Nun freue ich mich auch auf den November und die neue Konsolengeneration. Die PS5 möchte ich irgendwann sicherlich auch aufgrund ihrer Exklusivtitel haben, konnte mir das Vorbestellerchaos nun aber erstmal ersparen. Es tut mir wirklich Leid für alle Fans, wie es gelöst wurde… Auch jetzt lese ich nur Headlines, wie Händler die Vorbestellungen nun stornieren… Ich warte noch auf eine Revision, die dann hoffentlich auch etwas kleiner ausfällt, wie die PS4 Slim. Dafür konnte ich eine Xbox Series X ergattern, passend zum Release erscheint dann auch Assassin’s Creed Valhalla und kurz darauf Cyberpunk 2077, auch wenn hier das Geschmäckle immer bitterer wird… Nicht nur schwierige Aussagen aus den Kommunikationsabteilungen, nun auch der angekündigte Crunch für das Entwicklerteam… puh. Urlaub habe ich dennoch für beide Titel eingereicht, irgendwie muss man die restlichen Urlaubstage ja verballern, wenn man schon nicht weg kann. Und nachdem ich Larissas Abschnitt las… vielleicht spiele ich zum Abschied der Konsolengeneration ja auch nochmal das Spiel, welches ich zu allererst auf der (noch) aktuellen Gen spielte: Dragon Age Inquisition. Die Lust ist jedenfalls da!

 

Larissa

Der Herbst ist da! Damit beginnt meine liebste Jahreszeit und passend dazu habe ich mir gestern erstmal jede Menge Duftkerzen bestellt, hehe. Außerdem möchte ich kurz glücklich verkünden, dass ich erfolgreich eine Playstation 5 vorbestellt habe. Ich fand den Vorbestellungsprozess von Sony ziemlich mies gelöst – dass plötzlich ohne große Ankündigung am selben Abend die Bestellungen losgingen und alles nach wenigen Minuten weg war. Beim zweiten Zyklus habe ich allerdings Glück gehabt, von meinem Ferienhaus in Italien aus konnte ich eine Konsole vorbestellen. Ursprünglich wollte ich die Playstation 5 gar nicht zu Release kaufen, allerdings besitze ich noch die allererste PS4 (keine Pro) und bei aktuellen Spielen wird die Konsole extrem heiß und laut. Ghost of Tsushima konnte ich immer nur circa 2 Stunden spielen, bevor ich Angst um die Hardware bekam. Da ich mich auf einige Titel im Herbst freue, wie beispielsweise AC Valhalla, habe ich mich dazu entschieden, endlich zu upgraden. Ich freue mich sehr!

Ansonsten war ich diesen Monat im Urlaub in Italien, in einem privaten Ferienhaus, mit Auto gefahren und mit minimalem Menschenkontakt. Entsprechend ereignislos entspannt war der Urlaub, aber es hat trotzdem gut getan mal rauszukommen. Und ich habe das Meer vermisst!

Thronebreaker: The Witcher Tales
Thronebreaker: The Witcher Tales

Im Urlaub habe ich mir spontan Thronebreaker: The Witcher Tales für die Switch geholt, da es im Angebot war. Das Spiel hat mich total gefesselt und ich habe es in wenigen Tagen komplett durchgespielt. Thronebreaker spielt im Witcher Universum und ist essentiell ein Kartenspiel (Gwent), bei dem man verschiedene Maps aufdeckt, Rätsel löst, Entscheidungen trifft und Schlachten mit Karten ausfechtet. Obwohl Geralt von Riva auf sämtlichen Promobildern zu sehen ist, ist das eher Fanservice, denn sein Auftritt ist sehr kurz. Stattdessen folgt die Geschichte Königin Meve von Lyrien und Rivia, die in den Krieg gegen Nilfgaard zieht und dabei mit Verrat und allerlei Beziehungen zu tun hat. Meve war meiner Meinung nach eine tolle, authentische Protagonistin und Thronebreakers Fokus liegt definitiv auf der Geschichte und getroffenen Entscheidungen. Wer das Witcher-Universum mag, dem kann ich das Spiel nur ans Herz liegen. Allerdings ist Thronebreaker ja nun auch schon zwei Jahre alt und ich erzähle nichts Neues.

Außerdem habe ich Netflix’ The Devil All The Time angesehen, auf den ich mich schon länger gefreut habe – allein wegen des Casts. Die Story war ziemlich düster, brutal und beklemmend und ein paar Stellen musste ich überspringen. Tom Hollands Schauspiel ist aber fantastisch und er zeigt deutlich, dass er mehr kann, als den charmanten, nervösen Teenager. Wer Thriller mit religiöser Thematik und Südstaaten-Feeling mag, ist sicher gut unterhalten.

Letzten Monat habe ich bereits erzählt, dass ich mit dem Kurzgeschichten-Kompendium Dragon Age: Tevinter Nights angefangen habe und Anfang September habe ich das Buch beendet. Ich habe das Buch wirklich verschlungen und wer den Release von Dragon Age 4 auch so wenig abwarten kann wie ich, der sollte unbedingt Tevinter Nights lesen! Die Geschichten knüpfen teils direkt an Dragon Age Inquisition an, erzählen was mit Figuren nach Auflösung der Inquisition passiert, welche Folgen Entscheidungen haben und legen vor allem die Grundsteine für das Setting und den Antagonisten in Dragon Age 4. Ich persönlich sauge aktuell jeden Krümel auf, der irgendwie mit Solas’ Geschichte zu tun hat.
Neben des Set-ups beleuchtet Tevinter Nights auch viele Settings, die in den Spielen eher weniger Beachtung gefunden haben, wie zum Beispiel Nevarra und seine Nekromanten. Die Geschichten sind teilweise klassische Abenteuer, kurze Krimis, who-dunnits und charmante Romanzen. Außerdem gibt es eine ziemlich gute Horrorstory, die sehr an das Feeling von Dragon Age Origins erinnert. Mein persönlicher Favorit war übrigens “The Wigmaker’s Job”!

The Devil All The Time
The Devil All The Time

Weiter mit Dragon Age geht es bei mir mit Dragon Age: The Masked Empire, dem ersten Roman von Patrick Weekes, welche*r übrigens Solas in den Spielen geschrieben hat. In Masked Empire folgen wir dem Hochadel des Kaiserreichs Orlais, die ihr Intrigenspiel spielen. Allerdings befinden wir uns schnell nicht mehr am kaiserlichen Hof, sondern mitten in der Action und einer Elfenrebellion. Ich habe ein wenig gebraucht, um in die Story reinzufinden, aber mit dem Erscheinen von Felassan war ich überzeugt. Das Buch liefert sehr interessantes Hintergrundwissen zu der Quest “Wicked Eyes and Wicked Hearts” aus Dragon Age Inquisition, bei der sich der Inquisitor selbst in die Politik Orlais’ einmischt. Am interessantesten fand ich hier aber besonders das Schicksal der Elfen und Briala. Wenn man Inquisition liebt, trifft man hier viele Bekannte – einen sogar auf der letzten Seite…

 

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